Tipps & Tricks

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Tiere an Bord?

Tipps & Hinweise
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ungeführte Touren
Nur du, dein Kanu & die Wildnis ...

In aller Kürze: Wir haben damit kein Problem. Eure Hunde, Katzen, Schildkröten, Leguane und was ihr sonst so gern auf eure Kanutour mitbringen wollt, sind bei uns willkommen.

Was gibt es zu bedenken?

Wer sein Tier mitbringt, macht sich sicherlich auch Gedanken um das Wohlergehen des Tieres. Dennoch haben wir hier ein paar wichtige Punkte zusammengetragen, die dir helfen können, zumindest die Eckdaten zu berücksichtigen.

  • Trinkwasser
    Das Wasser all unserer Gewässer ist für dein Tier völlig problemlos trinkbar. Hier und da gibt es während der Algenblütezeit ein paar Einschränkungen, doch Lebensgefahr besteht keinesfalls. Achte darauf, dass dein Tier immer genug Wasser in Reichweite hat! Und animiere es immer mal wieder, etwas zu trinken. Wie viele Menschen "vergessen" auch die Tiere gern mal, dass man gerade bei großer Hitze DEUTLICH mehr als normal trinken muss.
  • Sonne / Schatten
    Die meisten Tiere sind "Schattentiere" und meiden die direkte Sonne, so weit es eben geht. Auf deiner Kanutour ist Schatten aber eher eine Seltenheit. Gerade an heißen Tagen achte darauf, dass dein Liebling genug Schatten bekommt! Bastle ihm mit einer Campingdecke oder mit einem Regenschirm wenigstens einen Behelfs-Schattenplatz. Und sorge für eine gute Durchlüftung des Platzes! Stauhitze kann - wie im Auto - schnell deutlich über die normalen Außentemperaturen ansteigen und deinen Liebling heftig quälen.
  • Bewegungsfreiheit
    Achte bei der Bootsauswahl auch darauf, dass dein Tier genug Bewegungsfreiheit bekommt. Einen 30-kg-Hund kann man sicherlich in die Luke eines Kajaks setzen; und ganz bestimmt sieht das für ein Foto auch lustig aus. Aber das Tier kann sich darin nicht einmal hinlegen. Und anders als wir Menschen können Hunde nicht stundenlang still sitzen. Je größer und agiler dein Tier, desto mehr Bewegungsraum solltest du einplanen. Mache dann auch kürzere Etappen und gehe vielleicht alle Stunde mal für eine Weile an Land.
  • Notdurft
    Auch dein Tier muss ab und zu mal. Denke daran, dass du zwar in der Natur, aber vielfach in Naturschutzgebieten unterwegs bist: Freilauf ist verboten; es gilt der Leinenzwang für Hunde. Und - BITTE! - entsorge keine Kotbeutel in der Natur!
  • äußere Reize
    Auf dem Wasser schwimmen Vögel. Wenn dein Hund heftig auf solche Reize anspricht, kann es dir durchaus passieren, dass er ins Wasser springt. Was machst du, wenn es passiert? Bekommst du ihn wieder zurück ins Boot?
  • Ein besonders heißer Tag? Kühlen!
    "Auf dem Wasser scheint die Sonne zwei Mal!" - einmal von oben; und einmal durch die Reflexion auf dem Wasser von unten. Außerdem kühlen der fast immer leicht wehende Wind und der Fahrtwind euch scheinbar herunter. Einfach ausgedrückt: Du nimmst die tatsächlichen Temperaturen subjektiv nicht so heiß wahr, wie sie tatsächlich sind. Die Folge der Missachtung können Sonnenbrand und Sonnenstich sein. Auch für dein Tier! Kühle dein Tier daher an heißen Tagen, indem du es immer wieder mit Wasser benetzt oder ein feuchtes Handtuch auf exponierte Stellen seines Körpers legst. Die Verdunstung kühlt deutlich. (Das gilt übrigens auch als Tipp für dich selbst!)

Binde deinen Hund nie, nie, niemals am Boot an!

Jedenfalls nicht auf dem Wasser! Oh ja, der Gedanke ist naheliegend: "Mein Hund droht ins Wasser zu hüpfen! Entweder jagt er Enten; oder er springt schon mal rein, wenn wir uns dem Land nähern. Also binde ich ihn im Boot einfach an." Aber das kann dich (und ihn) in eine Reihe von durchaus ernsthaften Problemen führen! Lass uns mal kurz darüber nachdenken:

Dein Hund droht, wegen Enten oder dem nahen Land über Bord zu springen? Entweder kannst du das akzeptieren; oder du lässt deinen Hund besser zu Hause. Aber binde ihn nie, nie, niemals auf dem Wasser im Boot an!

Zunächst mal müsste die Leine so kurz sein, dass er nicht trotzdem ins Wasser springen kann. Aber was passiert, wenn das Boot doch umkippt. Klar, wir wollen es vermeiden; aber was, wenn doch? Dann wird dein Hund von der Leine unter das Boot gezogen. Und er kann sich nicht befreien, weil er angebunden ist. Er wird in Todespanik um sein Leben strampeln. Und du wirst kaum an ihn herankommen, weil er dich empfindlich verletzen kann: vor allem mit seinen Krallen.

Und was, wenn du die Leine doch etwas länger lässt, damit er zumindest "nicht wegschwimmen" kann? Wenn du - wie ich - einen großen und kräftigen Hund von 25+ kg hast, wird er, nicht wissend, dass er angeleint ist, schwungvoll ins Wasser springen. Die Leine ruckt hart an und ... dein Boot kippelt gefährlich. Wenn du das nicht perfekt ausgleichen kannst, indem du spontan exakt das Gegengewicht ausbalancierst, ... tja, dann liegt ihr alle im Wasser. Das dauert keine 3 Sekunden von "Mist, der Hund ist ins Wa..." bis "Scheiße, jetzt sind wir alle im Wasser!". Und dann schwimmt ihr alle im Wasser. Und dein Hund, wenn er auch nur den Hauch einer Bindung an dich hat, wird auf dich zuschwimmen. Wer schon mal gemeinsam mit seinem Hund baden war, weiß, was ich meine: Heftig blutende Kratzer - vor allem auf dem Rücken - von den Krallen sind da keine Seltenheit.

Und ein kleinerer Hund? Naja, kleiner Hund, dünne Leine. Das Ergebnis ist, dass dein Hund im schlechten Fall die Leine an seinen Beinen spürt, die Leine sich womöglich sogar in seinen Pfoten verfängt. Dann bekommt dein Hund echte Panik. Und das Ergebnis ist ein heftig strampelnder Hund, den du irgendwie greifen können musst, um ihn wieder ins Boot zu ziehen. Viel Glück dabei, du wirst es brauchen.

Tiere auf den Campingplätzen

Die meisten Campingplätze sind extrem tolerant, wenn es um Haustiere geht. Auf manchen, gerade kleineren, Campingplätzen wirst du eventuell gebeten, mit deinem Tier nicht in diese oder jene Ecke zu gehen; aber generell hat man mit Tieren keine Probleme. Im Gegenteil: Auf nahezu jedem Campingplatz wirst du die verschiedensten Haustiere sehen: Vom Papagei über die Katze bis zum Hund.

Haustiere trotzdem anmelden! Manche Campingplätze erheben kleine Gebühren für das Haustier; andere tolerieren es kostenfrei. Melde dein Haustier auf dem Campingplatz an!

Wichtig! Viele Campingplätze liegen an oder mitten in Natur- oder Landschaftsschutzgebieten. Dort gilt eine ultimative Leinenpflicht für Hunde! Auch der Freilauf von noch so lieben und harmlosen Hunden auf Campingplätzen wird in aller Regel nicht geduldet. Akzeptiere, dass es auch Menschen gibt, die so gar nichts mit Hunden anfangen können; ja, die womöglich sogar Panik vor Hunden, ganz gleich, welcher Größe, haben! Manche Orte haben auch Hundeauslaufzonen. Falls du deinem Hund ein bisschen mehr Bewegung gönnen willst, frage danach! Und auf vielen Campingplätzen ist man auch entspannt, wenn du nach einem Fahrrad fragst, um deinem Hund ein bisschen mehr Bewegung gönnen zu können. Fragen kostet nix!

Die erste Kanutour mit deinem Hund?

Du weißt noch gar nicht, wie er sich auf dem Boot und während der Kanutour verhalten wird? Es ist die aller-erste gemeinsame Kanutour? Dann bedenke, dass das Kanu und seine Eigenschaften (es wackelt eben doch immer leicht; und das Wasser ist dauerhaft sehr nahe) für den Hund sehr beeindruckend sein können. Und wenn er erst mal die erste kleine Unruhe und Antipathie gegen das Boot entwickelt, wird es immer schwerer, ihn zu überzeugen.

Sorge vor dem ersten Einstieg ins Boot dafür, dass dein Hund möglichst ausgepowert ist. Mache einen langen Spaziergang mit ihm durch unseren Wald. Wenn er aktive Spiele mag, spiele mit ihm, bis er aufgibt. Je müder er ist, desto besser!

Füttere ihn satt vor dem ersten Einstieg --- oder noch besser für besonders sensible Hunde: Füttere ihn IM BOOT mit seinem Lieblingsessen. Es geht den Hunden wie den Menschen: Mit vollem Magen wird man träge und mag sich nicht mehr so aufregen. Schiebe oder trage ihn nicht ins Boot; sondern locke ihn mit Leckerlie hinein. Gib ihm auch während der Tour die allermeisten Leckerlie IM Boot!

Lasse deinen Hund schon mal im leeren Boot an Land "probesitzen". Schicke ihn auch ins Boot, während du packst. Belohne seine Geduld immer wieder mit Leckerlie, die du ihm ganz spontan und ohne Ansprache einfach ins Maul schiebst. So verknüpft er das Boot mit einem sehr angenehmen Platz und wird schon bald freiwillig und als erster hineinspringen.

Denke daran, dass gerade beim ersten, zweiten, dritten und vierten Losfahren wichtig ist, dass dein Hund nicht lernt, dass er sich mit einem mutigen Sprung doch noch zurück an Land retten kann! Lernt er diese Lektion erst mal, wird es sehr schwer, ihn von deiner Idee des Wasserwanderns zu überzeugen. Lenke ihn daher beim Losfahren mit Leckerlie ab und entferne dich so schnell wie möglich vom Steg und Land.

Für besonders sensible Hunde: Nimm seine Lieblingsdecke mit und bereite deinem Hund damit im Boot einen Platz der vertraut riecht. Damit erleichterst du deinem Hund die Gewöhnung an diesen neuen Ort.

Plane jedoch keine allzu kurzen Etappen an den ersten ein, zwei, drei Tagen ein! Gib deinem Hund stattdessen Zeit, sich daran zu gewöhnen, dass er auf dem Boot ebenfalls sicher ist. Wenn du aus falscher Rücksicht auf den Hund jetzt alle 20 Minuten Pausen und Landgänge machst, wirst du jedes einzelne Mal mit deinem Hund diskutieren müssen, wieder einzusteigen und loszufahren. Wenn du jedoch nur alle zwei, drei Stunden eine - gern auch etwas längere - Pause machst, kann dein Hund sich besser damit abfinden, dass "Flucht" jetzt keine Option ist.