Richtig packen

Wie packe ich mein Boot optimal?

Das Kanu richtig packen

... Gedanken zum Packen für eine gelungene Kanutour ...

In der Packliste für das Wasserwandern haben wir uns detailliert angeschaut, was alles mit auf die Kanutour kommen sollte. Hier machen wir uns ein paar grundsätzlichere Gedanken, welches Boot für meine Ausrüstung am besten geeignet ist, was eigentlich aller-aller-mindestens mitkommen sollte; und überhaupt: wie das eigentlich mit dem Essen ist.

Was muss wirklich mit? Und worauf kann ich verzichten?

Das richtige Packen beginnt mit der Überlegung "Was muss WIRKLICH UNBEDINGT mit?" Wenn wir verreisen, werfen wir normalerweise in den Koffer, was wir denken, das wir brauchen. "Lieber ein bisschen zu viel!" ist dabei meist das Motto. Wer jedoch schon mal wandern war, der weiß: "Das muss ich alles auf meinem Rücken schleppen." und beginnt nachzudenken, was man wirklich mitschleppen muss.

Beim Wasserwandern müssen wir es zwar nicht selbst auf dem Rücken schleppen ... aber der Platz ist durchaus begrenzt. Und daher ist die allererste Überlegung zum Packen: "Welches Boot will ich haben?"

Welches Boot soll es sein?

In ein 1er Kajak passt mit rund 130 Litern etwas mehr, als in einen Wanderrucksack passt; in ein 2er Kajak passt mit rund 190 Litern knapp das Doppelte; und in einen Canadier passt sogar noch der Kasten Bier oder der große Campingstuhl; manche Canadier schleppen bis zu 700 kg Last davon.

Das klingt erst mal so, als wäre die Entscheidung schon gefallen, nicht wahr?! Aaaaaber: Es gibt keine Vorteile ohne (subjektive) Nachteile: Im Wanderkajak sind unsere ganzen Sachen spritzwasser-geschützt in Staufächern verstaut. Im Canadier liegen sie offen der Witterung ausgesetzt im Boot. Entweder muss ich also sparsam packen oder ich muss mich um Wetterverträglichkeit kümmern. ... und der Profi macht einfach beides.

Für Spartaner: Was muss MINDESTENS mit?

In unserer Packliste Wasserwandern haben wir es schon detailliert auseinandergenommen; daher hier nur eine kurze Übersicht:

  • 2 komplette Sätze witterungsgerechte Klamotten (Schlüpper, T-Shirt, kurze Hose)
  • 1 warme bzw. lange Hose
  • 1 warmer Pullover
  • Zahnbürste

Ganz egal, wie lange die Kanutour geht: Das reicht aus. Auf fast jedem Campingplatz kannst du deine Klamotten waschen. Auf den meisten auch in Maschinen trocknen. Der zweite Klamottensatz ist also eigentlich nur für Ausnahme-Situationen notwendig. Und die warme bzw. lange Hose + warmer Pullover wirst du manchmal brauchen: Auch im Sommer fallen die Temperaturen abends und nachts in See-Nähe oft empfindlich. Da "fröstelt" man schnell mal, wenn der Abendnebel hochzieht.

Das Essen muss auch mit!

Was wir an den Klamotten eingespart haben, können wir mit Lebens- und Genussmittel auffüllen. Wir fahren wirklich und wahrhaftig IN DIE WILDNIS. Meistens sind Supermärkte und Einkaufsmöglichkeiten einen ganzen Tagesmarsch entfernt. Ja, die Campingplätze haben kleine Angebote vorrätig: Nudeln, Brot, Marmelade, Wurst und ein bisschen Gemüse wirst du dort bekommen. Aber eben mit deftigen Preisen und im begrenzten Angebot. Also schleppen wir (fast) alles mit, was wir unterwegs essen wollen. Und da kommt einiges zusammen, denn gerade auf solchen Touren ist Essen & Trinken auch wichtiger Teil des "Seele-Streichelns".

TIPP: Spare lieber an den Klamotten als am Essen! Du bist in der Natur. Niemanden stört es, wenn du zwei, drei Tage lang dieselben Klamotten trägst. Aber ein gutes Essen krönt einen erlebnisreichen Tag JEDEN TAG. Dazu ein Glas Wein oder eine Flasche Bier, während du die Sonne beim Untergehen beobachtest ... DAS IST URLAUB!

Das Kajak richtig packen

Da im Kajak der Stauplatz sehr begrenzt ist, packen Profis ihre Wechselsachen in kleine(!) Plastiktüten bzw. robuste Abfallbeutel. Diese lassen sich dann leicht im spritzwassergeschützten Stauraum des Kajaks unterbringen. Im vorderen Bereich des Kajaks befindet sich ein kleineres Staufach; im hinteren Teil ein etwas größeres.

Tipp Je kleinteiliger du deine Sachen packst, desto einfacher kannst du sie im Kajak verstauen.

Beide Staufächer haben zusammen ein Volumen von zwischen 130 Litern (Seayak, 1er Kajak) über 170 Liter (Touryak, 1er Kajak) bis zu 195 Litern (Poseidon, 2er Kajak). Das entspricht etwa der Größe von zwei mittleren Koffern oder drei Wanderrucksäcken. Es ist also genug Stauraum für mehrere Wochen oder sogar Monate Tour.

Denkt daran, dass ihr während des Tages nicht an den Stauraum des Kajaks herankommt. Alles, was ihr am Tag auf dem Wasser braucht, packt ihr euch daher in den Sitzbereich eures Bootes zwischen die Beine und hinter den Sitz:

  • Sonnencreme (Nachcremen ist wichtig!)
  • Sonnenbrille
  • Handy
  • Essen & Trinken
  • Regenjacke
  • Spritzschutzdecke (bekommt ihr von uns)

Langzeit-Touren im Canadier

Das Packen im Canadier ist eigentlich einfach: Ankommen, reinschütten, fertig. Selbst die Kiste Bier, der Lieblings-Campingstuhl oder die große Kühlbox aus dem Auto passen locker mit in das Boot. Man kommt unterwegs auf dem Wasser an alle Sachen heran; man muss nur wissen, in welchem Sack, Beutel, etc. das entsprechende Teil ist.

Packsäcke, robuste Müllbeutel, Fahrradtaschen, etc. schützen das Gepäck vor Spritzwasser und Regen. Lebensmittel sollten in einfache Klappboxen (gibt‘s in fast jedem Supermark) gepackt werden.

Wichtig Lebensmittel, die Feuchtigkeit enthalten, NIEMALS in wasserdichte Säcke oder Tonnen packen, wenn du sie abends nicht aus dem Behälter löffeln willst.

Lebensmittel, die Feuchtigkeit enthalten, schwitzen mangels Kühlung den Tag über einen großen Teil ihrer Feuchtigkeit aus. Wenn diese Feuchtigkeit nicht entweichen kann, dann suppt sie durch alles, was sonst noch so im Sack bzw. in der Tonne ist. Am Ende hast du einen wunderschönen Brei aus Lebensmitteln, der sich sicherlich prima löffeln lässt...

Tipp Robuste Müllbeutel (60-120 Liter) sind perfekt geeignet, um den Müll zu sammeln ... und um Klamotten, Zelt, Isomatte, etc. wassergeschützt einzupacken.

Noch'n Tipp Tarps (große, meist quadratische leichte Plane) sind leicht und lassen sich vielfältig nutzen: Während der Fahrt kann man sie als Segel oder als Abdeckplane bzw. Regencape gegen Regen und Wasserspritzer nutzen. Und an Land sind sie hervorragende Sonnen- bzw. Regenschutz-Planen, wenn man sie passend aufspannt.

ACHTUNG! Bei Regen sammelt sich Wasser auf dem Boden des Canadiers. Das lässt sich konstruktionsbedibgt nicht vermeiden. Packe daher auf den Boden des Bootes nur solche Sachen, von denen es akzeptabel ist, dass sie ggf. nass werden. Alles andere packt oben drauf.

Den Packsack richtig packen

Während es beim Koffer eigentlich kein Problem ist, weil man ihn komplett öffnen kann und so an alle Sachen leicht herankommt, erfordert das Packen von Packsäcken ein paar Gedanken, damit man die Umstände beim Durchsuchen des Inhalts reduziert. Denn nur wenig ist frustrierender, als bei einsetzendem Regen erst langwierig nach der Regenjacke im Packsack suchen - und dazu womöglich alles ins nasse Boot kippen - zu müssen.

  1. ganz nach unten: Alles, was man an Land braucht (Schlafsack, etc.)
  2. in die Mitte: Alles, was man später vielleicht braucht (warmer Pullover, etc.)
  3. nach oben: Alles, was man auf dem Wasser vielleicht braucht (Jacke, etc.)
  4. ganz nach oben: Alles, was man keinesfalls suchen will (Medizin, Regenjacke, etc.)

Ganz egal, welche Packtechnik du hast: Du solltest immer wissen, wo sich folgende Dinge befinden: Medizin, Verbandszeug, Sonnencreme, Mütze, Regenjacke. Diese Dinge sind so wichtig, dass man sie finden und nicht suchen muss, wenn man sie braucht.

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